Wer ein pro­fes­sio­nel­les Web­pro­jekt rea­li­sie­ren möchte, das maximale Fle­xi­bi­li­tät bietet und jederzeit mitwächst, sollte auf ein Content-Ma­nage­ment-System wie Joomla setzen. Welche Vor­aus­set­zun­gen du für den Einsatz dieser Open-Source-Anwendung erfüllen musst und wie du deine eigene Joomla-Website erstellst, erklären wir dir in diesem Artikel.

Was ist Joomla?

Joomla ist ein 2005 ver­öf­fent­lich­tes Content-Ma­nage­ment-System, das sich besonders durch seine hohe Nut­zer­freund­lich­keit aus­zeich­net. So ist es bereits nach kurzer Ein­ar­bei­tungs­zeit und mit grund­le­gen­dem Know-how möglich, die Software sicher zu bedienen. Schon nach kurzer Ein­ge­wöh­nung kannst du damit beginnen, deine eigene Joomla-Homepage zu bauen. Das CMS steht unter der GNU-GPL-Lizenz und basiert auf der Skript­spra­che PHP.

Zur Da­ten­spei­che­rung nutzt Joomla stan­dard­mä­ßig das re­la­tio­na­le Da­ten­bank­ver­wal­tungs­sys­tem MySQL. Da die Anwendung seit Jahren zu den weltweit be­lieb­tes­ten Open-Source-Lösungen für das Website-Ma­nage­ment gehört, exis­tie­ren bereits Tausende Er­wei­te­run­gen für Front- und Backend, die zum Großteil von der aktiven Community ent­wi­ckelt wurden.

Joomla: Anleitung zur Ein­rich­tung und In­stal­la­ti­on

Bevor du mit Joomla eine Website erstellen kannst, musst du die passenden Vor­aus­set­zun­gen schaffen: An erster Stelle steht die Auswahl einer ge­eig­ne­ten Hosting-Umgebung, in der sowohl Joomla als auch später die Daten deines Web­pro­jekts sicher liegen. Überlege dir im ersten Schritt, ob du das CMS auf einem eigenen Server oder bei einem Hosting-Provider betreiben möchtest. An­schlie­ßend solltest du dir Gedanken über die Adresse deiner Website machen und deine ge­wünsch­te Domain re­gis­trie­ren.

Mit Tools wie dem Domain-Check von world4you kannst du sofort prüfen, ob deine Wunsch­adres­se noch frei ist.

Schritt 1: In­stal­la­ti­on von Webserver und Datenbank

Sobald Hosting und Do­main­re­gis­trie­rung erledigt sind, widmest du dich der In­stal­la­ti­on der er­for­der­li­chen Software-Kom­po­nen­ten:

Zum einen benötigst du einen Webserver, der PHP un­ter­stützt (muss ebenfalls in­stal­liert sein) und sich via FTP ansteuern lässt. Emp­feh­lens­wert ist die Ein­rich­tung eines Apache-Web­ser­vers.

Zum anderen brauchst du ein Da­ten­bank­ma­nage­ment­sys­tem, in dem Joomla die Daten deiner Website speichert. Da MySQL hierfür eine her­vor­ra­gen­de Lösung ist, lädst du am besten die In­stal­la­ti­ons­da­tei­en über die MySQL-Website herunter. Dabei wird zwischen der kos­ten­pflich­ti­gen „MySQL En­ter­pri­se Edition“ und der kos­ten­frei­en „MySQL Community Edition“ un­ter­schie­den.

Tipp

Wenn du auf deinem Server eine Linux-Dis­tri­bu­ti­on nutzt, lassen sich Apache und MySQL ge­wöhn­lich direkt über die Pa­ket­ver­wal­tung in­stal­lie­ren.

Schritt 2: Download und In­stal­la­ti­on der aktuellen Joomla-Version

Laufen Webserver und Datenbank, besuchst du die Joomla-Homepage und lädst dort die Dateien für die neueste Version des Systems herunter.

Bild: Joomla-Downloadseite
Auf der Down­load­sei­te findest du weiter unten auch Sprach­pa­ke­te für Joomla; Quelle: https://downloads.joomla.org/de/

Die her­un­ter­ge­la­de­ne Ar­chiv­da­tei entpackst du entweder lokal, bevor du sie mit einem FTP-Client wie FileZilla auf den Server schiebst, oder direkt nach dem FTP-Upload. Wichtig ist, dass die Joomla-Pro­gramm­da­tei­en im öf­fent­li­chen Root-Ver­zeich­nis liegen, das meist public_html oder htdocs heißt.

Um die In­stal­la­ti­on zu starten, rufst du den Web-Installer im Browser auf, indem du deine Domain oder den Spei­cher­ort (http://localhost/pfad-zum-joomla-ordner) an­steu­erst. Zuerst legst du grund­le­gen­de Ein­stel­lun­gen fest – startend mit der Sprach­aus­wahl. Das CMS wählt meist au­to­ma­tisch die passende Version basierend auf deinem Browser. Folgende Felder sind zudem aus­zu­fül­len:

  • Name der Website: Hier gibst du den Namen deines Projekts an (später jederzeit änderbar).
  • Be­nut­zer­na­me: Stan­dard­mä­ßig nutzt das CMS „admin“ für den Super User – ändere dies aus Si­cher­heits­grün­den unbedingt.
  • Passwort: Wähle ein sicheres Passwort für den Admin-Zugang, da dieses Konto volle Kontrolle über Front- und Backend hat.
  • E-Mail: Gib eine gültige Adresse für das Admin-Konto an, etwa für Passwort-Resets.

Nach der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­sei­te folgt das Menü für die Datenbank. Trage dort die Infos zu Typ, Ser­ver­na­me und Login ein und klicke zum Abschluss auf den In­stal­la­ti­ons-Button.

Joomla-Website erstellen: Tutorial für Ein­stei­ger:innen

Joomla bietet zwei Ebenen: das Frontend für die direkte Ansicht und das Backend für Ver­wal­tung, Design und Technik. Um deine Joomla-Website zu bauen, startest du im Backend. In diesem Guide erfährst du, wie du die ersten Schritte meisterst und eine einfache Seite mit Inhalten füllst.

Schritt 1: Im Joomla-Backend anmelden

Die Arbeit im Backend erledigst du bequem im Browser. Tippe einfach die Adresse http://www.name-der-website.de/administrator ein, um das Login-Fenster auf­zu­ru­fen. Ersetze dabei name-der-website.de durch deine eigene Domain. Gib dort deine bei der In­stal­la­ti­on gewählten Admin-Daten ein und klicke auf den Login-Button.

Bild: Joomla: Backend-Anmeldefenster
Solltest du dein Passwort vergessen haben, kannst du es über die Login-Seite zu­rück­set­zen.

Schritt 2: Globale Joomla-Ein­stel­lun­gen anpassen

Nach dem Login landest du im Dashboard, das dir eine Übersicht über wichtige Daten und Ak­ti­vi­tä­ten gibt. Du siehst dort etwa die PHP-Version, aktive Nutzer:innen oder letzte Än­de­run­gen. Über die Schalt­flä­che „Kon­fi­gu­ra­ti­on“ gelangst du zu den Grund­ein­stel­lun­gen:

Bild: „Konfiguration“-Schaltfläche im Joomla-Backend
Die wich­tigs­ten Punkte hast du bereits bei der In­stal­la­ti­on erledigt, du musst hier also nicht zwingend sofort etwas ändern.

Im Reiter „Site“ findest du Ein­stel­lun­gen zum Website-Namen, Metadaten oder den Offline-Modus. Hier legst du auch fest, welcher Editor genutzt wird: Stan­dard­mä­ßig ist der WYSIWYG-Editor TinyMCE aktiv. Al­ter­na­tiv steht der Code-Editor Cod­eMir­ror bereit, oder du in­stal­lierst Er­wei­te­run­gen wie den JCE Editor.

Bild: „Site“-Reiter im Joomla-Konfigurationsmenü
Hier kannst du auch Captchas ak­ti­vie­ren, um deine Formulare vor Spam zu schützen.

Für die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung kannst du im Feld „Robots“ festlegen, ob Crawler deine Seiten in­de­xie­ren (index) bzw. nicht in­de­xie­ren (noindex) und Links folgen (follow) sollen. Weitere Tabs bieten diese Optionen:

  • System: Hier steuerst du Caching und Sitzungs-Ma­nage­ment.
  • Server: Optionen für FTP, HTTPS-Er­zwin­gung oder Proxy-Server.
  • Pro­to­kol­lie­rung: Ein­stel­lun­gen zu den Log-Dateien von Joomla.
  • Text­fil­ter: Definiere pro Be­nut­zer­grup­pe, welche HTML-Tags im Editor erlaubt sind.
  • Be­rech­ti­gun­gen: Hier ver­wal­test du de­tail­liert, wer was darf (Löschen, Be­ar­bei­ten, Admin-Zugriff).

Schritt 3: Be­nut­zer­grup­pen und User­kon­ten verwalten

Nach der In­stal­la­ti­on bist nur du als Admin vorhanden. Je nach Pro­jekt­grö­ße wirst du aber Un­ter­stüt­zung brauchen. Joomla hat ein hier­ar­chi­sches User-Schema in­te­griert. Klicke im Menü auf „Benutzer“ und dann auf „Gruppen“, um dies zu verwalten:

Um die Zu­griffs­rech­te an­zu­pas­sen, gehst du in den Reiter „Be­rech­ti­gun­gen“ der Kon­fi­gu­ra­ti­on. Wähle eine Gruppe aus und setze die Aktionen auf:

  • Vererbt: Übernimmt die Ein­stel­lung der über­ge­ord­ne­ten Gruppe.
  • Erlaubt: Schaltet die Aktion für diese Gruppe frei.
  • Ver­wei­gert: Sperrt die Aktion explizit.
Bild: Joomla: Berechtigungseinstellungen
Besonders bei Teams ist eine klare Rol­len­ver­tei­lung im CMS wichtig.

Sind die Gruppen bereit, erstelle über „Neuer Benutzer“ (Plus-Symbol) Konten. Gib Name, Be­nut­zer­na­me sowie E-Mail an und weise die passende Gruppe zu. Klicke auf „Speichern & Schließen“, um den Account zu ak­ti­vie­ren.

Bild: Benutzermanagement
In der Übersicht siehst du alle IDs, Re­gis­trie­rungs­da­ten und den letzten Login der User.
Hinweis

Neue User erhalten au­to­ma­tisch eine E-Mail mit dem Login-Link und den Zu­gangs­da­ten. Das Passwort sollte nach der ersten Anmeldung sofort geändert werden.

Schritt 4: Template für das Design wählen

Mit Joomla pro­fi­tierst du von De­sign­vor­la­gen (Templates). Stan­dard­mä­ßig sind Cas­sio­peia (Frontend) und Atum (Backend) aktiv. Möchtest du ein anderes Joomla-Template nutzen, lade es herunter und in­stal­lie­re es unter „System“ -> „Er­wei­te­run­gen“. Per Drag-and-drop wird das Template au­to­ma­tisch in­te­griert.

Bild: Installation von Erweiterungen
Prüfe vorab immer, ob das Template mit deiner Joomla-Version kom­pa­ti­bel ist.

In­stal­lier­te Vorlagen ver­wal­test du unter „System“ -> „Templates“.

Schritt 5: Erste Seite erstellen und als Start­sei­te festlegen

Seiten heißen in Joomla „Beiträge“. Um deine erste eigene Seite zu erstellen, klicke im Dashboard auf „Neuer Beitrag“. Gib einen Titel ein und verfasse deinen Text im Editor. Über „Format“ kannst du Über­schrif­ten oder Fettungen setzen. Klicke auf „Speichern & Schließen“.

Bild: Beitrag bearbeiten
Der Editor öffnet sich au­to­ma­tisch, sobald du einen Beitrag erstellst oder be­ar­bei­test.

Um diesen Beitrag nun als Start­sei­te fest­zu­le­gen, gehe zu „Menüs“, dann „Main Menu“ und klicke auf „Home“. Wähle als Typ „Einzelner Beitrag“ und suche unter „Beitrag auswählen“ deine neue Seite aus:

Bild: Joomla-Menüeintrag Home
Du kannst die Auswahl jederzeit über den Button „Leeren“ aufheben.

Gute Ver­lin­kun­gen werten deine Seite auf. Für externe Links markiere den Text und klicke auf das Symbol „Link einfügen/be­ar­bei­ten“.

Bild: Joomla: Link-Option
Gib die Ziel-URL und einen passenden Link-Titel für die Bar­rie­re­frei­heit an.

Für interne Links innerhalb deines Projekts nutzt du den Button „Artikel“ und wählst den ge­wünsch­ten Beitrag aus.

Schritt 7: Bilder zur Homepage hin­zu­fü­gen

Bilder lockern Texte auf und halten die Auf­merk­sam­keit hoch. Um Grafiken ein­zu­bau­en, öffne einen Beitrag und wähle im Editor „CMS Inhalt“ und dann „Medien“:

Bild: Joomla: Bild einfügen
Bei anderen Editoren als TinyMCE kann dieser Schritt leicht abweichen.
Hinweis

Joomla bringt bereits einige Bei­spiel­bil­der mit. Für eigene Dateien nutzt du einfach den „Hochladen“-Button, um sie vom Computer auf den Webserver zu über­tra­gen.

Wähle das Bild aus, gib einen Titel sowie eine Be­schrei­bung an und klicke auf „Medien einfügen“. Das Bild erscheint nun an der Cursor-Position im Text:

Bild: Joomla-Artikel mit Bild
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