Wenn das Ergebnis nicht unbedingt Profi-An­sprü­chen genügen muss, ist ein kos­ten­lo­ses Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm eine her­vor­ra­gen­de Al­ter­na­ti­ve zu Photoshop. Wir haben die besten Gratis-Lösungen für dich unter die Lupe genommen.

Welche Funk­tio­nen sind bei Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­men wichtig?

Der größte Un­ter­schied zwischen Be­zahl­soft­ware und kos­ten­lo­sen Tools liegt meist im Funk­ti­ons­um­fang. Weniger Werkzeuge müssen aber kein Nachteil sein: Gerade Hobby-Anwender:innen schätzen die Ein­fach­heit kos­ten­lo­ser Tools, die oft schneller zum Ziel führt. Folgende Ba­sis­funk­tio­nen sollte jedoch auch ein Gratis-Programm bieten:

  • Einfache Op­ti­mie­rung von Schärfe, Farbe und Be­lich­tung
  • Zu­schnei­den und Drehen von Bildern
  • Möglichst ver­lust­frei­es Skalieren
  • Entfernen und Frei­stel­len von Motiven
  • Anpassung durch Filter und Effekte
  • Be­ar­bei­tung auf mehreren Ebenen
  • Un­ter­stüt­zung gängiger Bild­for­ma­te

Die besten Fo­to­be­ar­bei­tungs­tools im Vergleich

Be­triebs­sys­tem Deutsch verfügbar Be­son­der­heit
Adobe Express Web, iOS, Android Fokus auf Social-Media-Inhalte
GIMP Windows, macOS, Linux Modular er­wei­ter­bar
Krita Windows, macOS, Linux Starke Werkzeuge für Il­lus­tra­tio­nen
Paint.NET Windows Große Auswahl an Plugins
Pixlr Editor Web, Windows, iOS, Android Mobile Apps für unterwegs
Raw Therapee Windows, macOS, Linux Spe­zia­li­siert auf RAW-Dateien

Kos­ten­lo­se Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­me im Kurz­por­trät

In den nächsten Ab­schnit­ten erfährst du mehr über die besten Gratis-Programme am Markt. Die Tabelle gibt dir vorab eine Übersicht über die wich­tigs­ten Merkmale der Desktop- und Web-Apps.

Paint.NET (Windows)

Was als Stu­den­ten­pro­jekt an der Wa­shing­ton State Uni­ver­si­ty begann, hat sich zu einem der be­lieb­tes­ten Gratis-Tools ent­wi­ckelt: Paint.NET. Die Software nutzt das Microsoft .NET Framework, weshalb sie aus­schließ­lich auf Windows-Systemen läuft. Eine Por­tie­rung auf andere Platt­for­men ist aktuell nicht vor­ge­se­hen.

Bild: Screenshot von Paint.NET
Werk­zeug­leis­ten und Boxen wie Ebenen oder Farben lassen sich in Paint.NET in­di­vi­du­ell anordnen oder aus­blen­den.

Die Software wird laufend ver­bes­sert und bietet heute weit mehr als das simple Microsoft Paint. Du kannst auf mehreren Ebenen arbeiten und ver­schie­de­ne Projekte gleich­zei­tig in Tabs verwalten. Prak­ti­sche Vor­schau­bil­der helfen dir dabei, den Überblick zu behalten. Neben Standard-Tools für Kontrast und Sättigung gibt es eine Gra­da­ti­ons­kur­ve sowie eine Funktion gegen rote Augen. Weitere Features sind:

  • Werkzeuge zum Scharf- und Weich­zeich­nen
  • Effekte für 3D-Rotation und Zoom
  • Filter für Schwarz-Weiß oder Sepia
  • Generator für Farb­ver­läu­fe
  • „Zau­ber­stab“ zum Frei­stel­len

Der Stan­dard­um­fang ist bereits be­acht­lich. Sollte dir dennoch etwas fehlen, lohnt ein Blick in das of­fi­zi­el­le Plugin-Ver­zeich­nis. Dort findest du Er­wei­te­run­gen für neue Werkzeuge oder den Import zu­sätz­li­cher Formate (wie .psd). Praktisch: Dank der Historie kannst du jeden Be­ar­bei­tungs­schritt jederzeit rück­gän­gig machen.

Vorteile Nachteile
Durch Plugins flexibel er­wei­ter­bar Nur für Windows verfügbar
Un­be­grenz­tes Rück­gän­gig­ma­chen (Undo) Eigenes Da­tei­for­mat (.pdn) wenig ver­brei­tet

Pixlr Editor (Web, Windows, iOS, Android)

Mit dem Pixlr Editor holst du dir eine cloud­ba­sier­te Lösung direkt in den Browser. Du kannst sofort loslegen, ohne dich re­gis­trie­ren zu müssen. Neben der Web-App gibt es Versionen für Windows, Android und iOS. Für schnelle Kor­rek­tu­ren zwi­schen­durch bietet sich zudem die ab­ge­speck­te Version Pixlr Express an.

Bild: Pixlr Editor Web-App
Das Interface von Pixlr Editor ori­en­tiert sich stark am Profi-Vorbild Photoshop.

Pixlr Editor beweist, dass Web-Apps locker mit Desktop-Software mithalten können. Das Design ist über­sicht­lich und intuitiv, sodass du dich sofort zu Hause fühlst – besonders im Voll­bild­mo­dus. Die Menüs erinnern an bekannte Profi-Programme, was den Einstieg er­leich­tert. Zu den wich­tigs­ten Funk­tio­nen zählen:

  • Scharf- und Weich­zeich­ner
  • Werkzeug zum Nach­be­lich­ten
  • Korrektur roter Augen
  • Anpassung über Gra­da­ti­ons­kur­ven
  • Au­to­ma­ti­sche Op­ti­mie­rung der Tonwerte

Zu­sätz­lich bietet der Editor viele Filter, um Fotos in Kunst­wer­ke zu ver­wan­deln – etwa durch Verpixeln, Relief-Effekte oder Wärmebild-Optik. Du kannst dabei mit beliebig vielen Ebenen arbeiten.

In der Gratis-Version gibt es jedoch kleine Ein­schrän­kun­gen: Pro Tag sind nur drei Exporte möglich und es wird Werbung ein­ge­blen­det. Diese Limits lassen sich durch ein kos­ten­pflich­ti­ges Abo aufheben, das auch Zugriff auf KI-Features der Pixlr Suite bietet.

Vorteile Nachteile
Echtes Desktop-Feeling im Browser Wer­be­ein­blen­dun­gen in der Gratis-Version
Apps für Android und iOS vorhanden Nur 3 Exporte pro Tag in der Basis-Variante

GIMP (Windows, macOS, Linux)

Das GNU Image Ma­ni­pu­la­ti­on Program, besser bekannt als GIMP, ist seit 1998 eine feste Größe. Dank der Generic Graphics Library (GEGL) bietet es einen Funk­ti­ons­um­fang, der selbst Profis überzeugt. Ur­sprüng­lich für Linux ent­wi­ckelt, läuft es heute stabil auf Windows und macOS.

Bild: GIMP Programmoberfläche
GIMP lässt sich durch zahl­rei­che Plugins nach deinen Wünschen erweitern.

GIMP ist modular aufgebaut. Das bedeutet, du kannst die Ober­flä­che und die Werkzeuge genau so anordnen, wie du sie brauchst. Bei den Filtern und Effekten zieht GIMP alle Register:

  • Weich­zeich­nen (z. B. Be­we­gungs­un­schär­fe)
  • Op­ti­mie­ren (z. B. Kanten glätten)
  • Licht­ef­fek­te (z. B. Lin­sen­re­fle­xio­nen)
  • Künst­le­risch (z. B. Ölgemälde-Stil)
  • De­ko­ra­ti­on (z. B. ab­ge­run­de­te Ecken)
  • Ani­ma­tio­nen (z. B. Er­stel­lung einfacher GIFs)

Standard-Kor­rek­tu­ren wie Farbe, Kontrast oder Hel­lig­keit erledigst du im Hand­um­dre­hen. Auch beim Speichern ist GIMP flexibel: Neben Klas­si­kern wie .jpg oder .png werden auch Web­for­ma­te (.html) und Ar­chiv­for­ma­te un­ter­stützt. Für ein kos­ten­lo­ses Tool ist die Tiefe der Funk­tio­nen absolut be­ein­dru­ckend.

Vorteile Nachteile
Enorm anpassbar und er­wei­ter­bar Steile Lernkurve für Anfänger:innen
Verfügbar für alle Be­triebs­sys­te­me Kein of­fi­zi­el­ler Kun­den­sup­port

Krita (Windows, macOS, Linux)

Das Open-Source-Programm Krita ist ein echtes Mul­ti­ta­lent. Während die Ent­wick­ler:innen von KDE den Fokus auf digitale Malerei und Il­lus­tra­ti­on gelegt haben, ist Krita gleich­zei­tig ein mächtiges Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm. Besonders Il­lus­tra­tor:innen und Concept Artists schätzen die Software sehr.

Bild: Screenshot von Krita
Auch in Krita sind klas­si­sche Filter wie „Ölgemälde“ mit dabei.

Krita bietet moderne Hilfs­mit­tel wie Pinsel-Sta­bi­li­sa­to­ren und eine riesige Auswahl an Werk­zeug­ty­pen. Die Ober­flä­che lässt sich per Drag-and-drop in­di­vi­du­ell gestalten. Als Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm überzeugt Krita mit einer starken Auswahl an Filtern und Trans­for­ma­ti­ons-Tools:

  • Kurven für Hel­lig­keit und Kontrast
  • Gezieltes Nach­be­lich­ten
  • Präziser Farb­ab­gleich
  • Weich- und Scharf­zeich­nen
  • Effekte wie Kan­ten­er­ken­nung oder Ölgemälde

Dank Masken wendest du Effekte gezielt auf einzelne Ebenen an. Bilder lassen sich beliebig skalieren, spiegeln oder be­schnei­den. Im Ver­laufs­pro­to­koll siehst du jeden Schritt und kannst jederzeit zu einem früheren Stand zu­rück­keh­ren, falls mal etwas glatt laufen muss.

Vorteile Nachteile
Riesige Werk­zeug­pa­let­te für kreative Köpfe Do­ku­men­ta­ti­on oft nur auf Englisch
Platt­form­un­ab­hän­gig nutzbar Re­chen­in­ten­si­ve Filter brauchen Zeit

Adobe Express (Web, iOS, Android)

Mit Adobe Express bietet der Markt­füh­rer eine schlanke Gratis-Lösung als Web-App und für mobile Geräte an. Ideal für alle, die schnell vor­zeig­ba­re Er­geb­nis­se brauchen.

Bild: Screenshot Adobe Express
Premium-Features erkennst du in Adobe Express an der kleinen Krone.

Adobe Express ist darauf ausgelegt, Bilder und Videos un­kom­pli­ziert zu be­ar­bei­ten. Es ist das ideale Werkzeug für Social Media, Flyer oder Logos. Dank Team-Funk­tio­nen kannst du Projekte gemeinsam be­ar­bei­ten. Zu den High­lights gehören:

  • Einfaches Kom­bi­nie­ren von Medien per Drag-and-drop
  • Ge­ne­ra­ti­ve KI (Adobe Firefly) für Text­ef­fek­te und Bilder
  • Tausende Vorlagen und Stock-Medien (teils kos­ten­pflich­tig)
  • Nahtlose Anbindung an die Adobe Cloud

Die Bedienung ist kin­der­leicht und die Ober­flä­che klar struk­tu­riert. Du benötigst lediglich eine kos­ten­lo­se Adobe-ID. Wer jedoch tief­grei­fen­de Bild­ma­ni­pu­la­tio­nen sucht, stößt hier schnell an Grenzen und muss eventuell auf die Premium-Version upgraden.

Vorteile Nachteile
Extrem einfach zu bedienen Begrenzte Tiefe bei der Be­ar­bei­tung
Ideal für Social-Media-Grafiken Nicht mit jedem Browser kom­pa­ti­bel

Raw­The­ra­pee (Windows, macOS, Linux)

Für Fo­to­gra­fie-Be­geis­ter­te ist Raw­The­ra­pee die erste Wahl im Open-Source-Bereich. Das Programm ist auf die Ent­wick­lung von Rohdaten (RAW) spe­zia­li­siert, kommt aber auch bestens mit JPEG, PNG oder TIFF zurecht.

Bild: RawTherapee Interface
Im­por­tie­re deine Bilder einfach über die interne Da­tei­ver­wal­tung.

Das Tool ist ein echtes Kraft­pa­ket. Menüs und Leisten er­mög­li­chen Kor­rek­tu­ren bis ins kleinste Detail. Damit dein Rechner bei großen Dateien nicht in die Knie geht, arbeitet das Programm mit einer War­te­schlan­ge für die Kon­ver­tie­rung. Alle Än­de­run­gen sind non-de­struk­tiv – das Ori­gi­nal­bild bleibt also un­an­ge­tas­tet. Features sind unter anderem:

  • Präziser Weiß­ab­gleich
  • Anpassung von Sättigung und Hel­lig­keit
  • Pro­fes­sio­nel­le Be­lich­tungs­kor­rek­tur
  • RGB-Kurven für volle Kontrolle
  • Effektive Schär­fungs-Al­go­rith­men

Raw­The­ra­pee ist perfekt, wenn du Fotos op­ti­mie­ren willst. Ein be­son­de­rer Pluspunkt: Du kannst Be­ar­bei­tungs­pro­fi­le speichern und so ganze Bild­se­ri­en mit nur einem Klick im gleichen Stil be­ar­bei­ten.

Vorteile Nachteile
Un­ter­stüt­zung fast aller RAW-Formate Über­la­de­ne Ober­flä­che für Ein­stei­ger:innen
Kostenlos und platt­form­über­grei­fend Kein Import per Drag-and-drop möglich
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