Auf den ersten Blick ist vielen Nutzer:innen von Windows Server 2012 unklar, wozu der WinSxS-Ordner dient, obwohl er massiv Spei­cher­platz belegt. Den WinSxS-Ordner solltest du jedoch niemals einfach manuell löschen, da dies die Sta­bi­li­tät deines Systems gefährdet. Wir zeigen dir, wie du WinSxS sicher ver­klei­nerst, ohne deinem System zu schaden.

Den WinSxS-Ordner be­rei­ni­gen

Um den WinSxS-Ordner auf­zu­glie­dern und zu säubern, kannst du das Kom­man­do­zei­len-Tool dism.exe nutzen. Gehe dabei wie folgt vor:

1. Schritt

Für die Aus­füh­rung von dism.exe sind Ad­mi­nis­tra­tor­rech­te er­for­der­lich. Drücke die [Windows]-Taste, tippe „cmd“ ein und wähle per Rechts­klick „Als Ad­mi­nis­tra­tor ausführen“.

2. Schritt

Mit dem Befehl Dism.exe /Online /Cleanup-Image /Ana­ly­ze­Com­pon­ent­S­to­re ana­ly­sierst du den tat­säch­li­chen Spei­cher­ver­brauch des WinSxS-Ordners. Nutze danach den Befehl Dism.exe /Online /Cleanup-Image /spsu­per­se­ded, um den Be­rei­ni­gungs­vor­gang zu starten.

Tipp

Möchtest du alte Windows-Updates entfernen, hilft der Befehl Dism.exe /Online /Cleanup-Image /Start­Com­po­nent­Cle­a­nup. Nutze diesen aber nur bei einem stabil laufenden System, da ein Rollback auf frühere Versionen danach nicht mehr möglich ist!

Bild: Analyse-Ergebnis des Befehls Dism.exe
Ana­ly­sie­re mit Dism.exe /Online /Cleanup-Image /Ana­ly­ze­Com­pon­ent­S­to­re den Spei­cher­platz­be­darf des WinSxS-Ordners.
Hinweis

Auch in der Desktop-Variante von Windows übernimmt der WinSxS-Ordner zentrale Aufgaben und kann viel Platz be­an­spru­chen. Die Vor­ge­hens­wei­se zur Ver­klei­ne­rung un­ter­schei­det sich hier teils von der Server-Version. Erfahre hier, wie du WinSxS unter Windows 10 be­rei­nigst.

Den WinSxS-Ordner ver­klei­nern

Falls du keine tiefe Be­rei­ni­gung wünscht, kannst du den Ordner über die klas­si­sche Da­ten­trä­ger­be­rei­ni­gung ver­klei­nern. Nutze dazu das Werkzeug cleanmgr.

Schritt 1

Suche über die [Windows]-Taste nach cleanmgr oder starte das Tool direkt über den „Ausführen“-Dialog mit [Windows] + [R].

Schritt 2

Wähle das Sys­tem­lauf­werk (meist C:) aus. Bei Systemen mit nur einer Partition wird dieser Schritt au­to­ma­tisch über­sprun­gen.

Schritt 3

Klicke im Menü auf „Sys­tem­da­tei­en be­rei­ni­gen“ und warte kurz, bis die Analyse ab­ge­schlos­sen ist.

Bild: Laufwerk C bereinigen
Wähle die Option Sys­tem­da­tei­en be­rei­ni­gen aus.

Markiere nun die ge­wünsch­ten Sys­tem­da­tei­en und bestätige mit „OK“. Je nach Da­ten­men­ge kann die Freigabe des Speichers einige Minuten dauern.

Bild: Dateiauswahl zur Bereinigung
Markiere die Sys­tem­da­tei­en, die du entfernen möchtest.

Was steckt hinter dem WinSxS-Ordner?

Dieser Ordner ist ein fixer Be­stand­teil jeder Windows-In­stal­la­ti­on und liegt auf der Sys­tem­par­ti­ti­on. WinSxS steht für „Windows-Side-by-Side“. Das Prinzip: Ver­schie­de­ne Da­tei­ver­sio­nen werden parallel auf­be­wahrt. Im Deutschen wird er oft als „Kom­po­nen­ten­spei­cher“ be­zeich­net. Er be­her­bergt primär relevante Sys­tem­da­tei­en und kann durchaus mehrere Gigabyte groß werden.

Funk­tio­nen des WinSxS-Ordners

Der WinSxS-Ordner fungiert als Archiv für die Sys­tem­wie­der­her­stel­lung und deckt folgende Bereiche ab:

  • Ver­sio­nie­rung von DLLs: Ältere Programme benötigen oft spe­zi­fi­sche Versionen von Dynamic Link Libraries. WinSxS hält diese ver­schie­de­nen Stände bereit.
  • Features on Demand: Windows-Funk­tio­nen wie Hyper-V oder die Sandbox lassen sich ohne neuen Download ak­ti­vie­ren, da die Daten lokal im WinSxS-Ordner liegen.
  • Server-Rollen: Bei Server-Be­triebs­sys­te­men werden über diesen Ordner neue Rollen (z. B. DHCP-Server) hin­zu­ge­fügt.
  • Ret­tungs­an­ker bei Boot-Fehlern: Startet das System nicht, dient der Ordner als Quelle für den Wie­der­her­stel­lungs­mo­dus.
  • Update-Ma­nage­ment: Nach einem Update bleibt die alte Version als Backup erhalten, um bei Problemen eine De­instal­la­ti­on zu er­mög­li­chen.

Weitere Tipps zum Platz­spa­ren

Reicht das Ver­klei­nern von WinSxS nicht aus, helfen diese Al­ter­na­ti­ven weiter:

  • Ru­he­zu­stand ab­schal­ten: Die Datei hiberfil.sys belegt oft viel Platz und kann durch De­ak­ti­vie­ren des Ru­he­zu­stands gelöscht werden.
  • Profile ver­schie­ben: Ändere den Pfad von Be­nut­zer­ord­nern (z. B. Downloads oder Bilder) in den Ei­gen­schaf­ten auf ein anderes Laufwerk.
  • Software auslagern: In­stal­lie­re große Programme oder Spiele direkt auf einer se­kun­dä­ren Fest­plat­te.
  • Apps aus­sor­tie­ren: Entferne un­ge­nutz­te An­wen­dun­gen über „Apps und Features“ in den Ein­stel­lun­gen.
  • Alte In­stal­la­tio­nen löschen: Entferne Ordner wie Windows.old nach einem System-Upgrade.
  • Wie­der­her­stel­lungs­punk­te verwalten: Reduziere den Spei­cher­platz für die Sys­tem­wie­der­her­stel­lung.

Manchmal ist ein System-Reset oder eine saubere Neu­in­stal­la­ti­on ef­fi­zi­en­ter, als mühsam einzelne Ordner zu leeren. Moderne Windows-Optionen erlauben dies oft unter Bei­be­hal­tung deiner per­sön­li­chen Daten.

Warum ist Vorsicht bei WinSxS geboten?

Da Windows hier über­le­bens­wich­ti­ge Daten bunkert, führt ein manuelles Löschen oft zu Sys­tem­feh­lern. Aber warum ist dieser Pfad so kritisch?

Struktur der Laufwerke

Windows liegt meist auf der ersten Partition („C“). Im Pfad *C:\Windows* befinden sich die Kerndaten, inklusive WinSxS. Ver­schiebt man diese händisch, finden Sys­tem­kom­po­nen­ten ihre Res­sour­cen nicht mehr. Plane daher schon bei der Ein­rich­tung genug Platz für deine Sys­tem­par­ti­ti­on ein.

Wartung und Si­cher­heit

Moderne Software wird ständig durch Hotfixes, Updates und Service Packs ver­bes­sert. Diese Prozesse greifen auf den WinSxS-Ordner zu, um die aktuelle Kon­fi­gu­ra­ti­on zu prüfen. Fehlen diese Re­fe­ren­zen, scheitern künftige Si­cher­heits­up­dates oder werden feh­ler­haft ein­ge­spielt.

Fakt

Software ist dynamisch. Durch Hotfixes werden Lücken schnell ge­schlos­sen, während Updates neue Funk­tio­nen bringen. WinSxS stellt sicher, dass diese Än­de­run­gen sauber mit dem be­stehen­den System verzahnt werden können.

Die Logik der Module

Software ist heute modular aufgebaut. Viele Programme teilen sich Ba­sis­funk­tio­nen des Systems. Diese Bi­blio­the­ken liegen zentral im WinSxS-Ordner. Ein un­be­dach­tes Löschen entzieht vielen An­wen­dun­gen gleich­zei­tig die Ar­beits­grund­la­ge.

Fazit

Gerade auf Geräten mit kompakter SSD zählt jedes Gigabyte. Die gezielte Be­rei­ni­gung von WinSxS befreit dich von digitalem Ballast, sofern du die in­te­grier­ten Windows-Tools nutzt. Finger weg vom manuellen Löschen! Warte nach großen Updates zudem ein paar Tage ab, damit du im Notfall noch die Mög­lich­keit zum Rollback behältst.

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