Indem du den Ar­beits­spei­cher leerst bzw. den RAM be­rei­nigst, schaffst du Platz für jene Daten, die für deine aktuellen Aufgaben relevant sind. Inaktive und nicht benötigte Prozesse sowie Dateien im Cache werden so entfernt und die Per­for­mance ge­stei­gert.

Darum solltest du den RAM-Speicher leeren

Eine schwä­cheln­de Per­for­mance deines Computers hängt oft mit einer hohen Aus­las­tung des Ar­beits­spei­chers zusammen: Ei­ner­seits wird dieser au­to­ma­tisch vom Be­triebs­sys­tem und von Sys­tem­pro­zes­sen be­an­sprucht, an­de­rer­seits füllt er sich mit jedem ge­öff­ne­ten Programm. Oft hilft es kaum, Programme einfach wieder zu schließen. Das liegt daran, dass selten alle Daten aus dem Ar­beits­spei­cher gelöscht werden, sondern viele im Cache bleiben, wenn du eine Anwendung beendest. Hinzu kommen Prozesse, die zwar aktiv sind, aber ei­gent­lich nicht gebraucht werden.

Ar­beits­spei­cher leeren in Windows 11/10 – so geht’s

Auch wenn du dir unsicher bist, ob der Ar­beits­spei­cher deines Rechners tat­säch­lich voll ist, kannst du den Speicher be­den­ken­los löschen. Damit nimmst du nur einen Vorgang vorweg, der beim Her­un­ter­fah­ren des Computers au­to­ma­tisch passiert. Generell hast du in Windows drei Mög­lich­kei­ten, um den Ar­beits­spei­cher zu leeren:

  1. Du leerst den Ar­beits­spei­cher über den Task-Manager deines Systems.
  2. Du nutzt ein selbst er­stell­tes Skript, das den RAM-Speicher freigibt.
  3. Du ver­wen­dest ein externes Tool, das eine Funktion zur Be­rei­ni­gung des Ar­beits­spei­chers bietet.

RAM-Speicher leeren via Task-Manager

Der Task-Manager listet laufende An­wen­dun­gen, Dienste und Prozesse auf und zeigt dir die Aus­las­tung von CPU und Ar­beits­spei­cher. Den Windows-Dienst rufst du mit der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + Shift + Esc auf. Halte diese drei Tasten gleich­zei­tig gedrückt, um das Interface zu öffnen. Al­ter­na­tiv nutzt du die Windows-Suche und gibst dort „Task-Manager“ ein.

Bild: Suchergebnis für den Begriff „Task-Manager“
Die Windows-Suche lässt sich jederzeit über das Startmenü (Windows-Logo) aufrufen.

Um mit dem Task-Manager den Ar­beits­spei­cher in Windows 11 und Co. zu leeren, wähle das Menü „Prozesse“ aus:

Bild: Windows Task-Manager: Auflistung aktiver Prozesse
Du kannst die Liste der aktiven Prozesse im Windows Task-Manager sortieren, zum Beispiel al­pha­be­tisch oder nach RAM-Verbrauch.

Gehe nun die Liste der aktiven Prozesse durch und suche nach jenen, die du gerade nicht brauchst – etwa, weil du das zu­ge­hö­ri­ge Programm schon ge­schlos­sen hast. Wähle die Prozesse per Mausklick aus und klicke auf „Task beenden“, um sie endgültig zu stoppen und den Ar­beits­spei­cher zu entlasten.

Ar­beits­spei­cher leeren per Skript

Eine prak­ti­sche Al­ter­na­ti­ve zum Task-Manager ist ein selbst ge­schrie­be­nes Skript, das bei Aus­füh­rung eine fest­ge­leg­te Menge an Ar­beits­spei­cher freigibt. Ein kurzer Eintrag in einem einfachen Text­do­ku­ment reicht dafür völlig aus. So gehst du vor, um ein Skript zum Leeren des RAMs anzulegen:

Erstelle ein neues Text­do­ku­ment, indem du auf deinem Desktop rechts­klickst und im Menü „Neu“ und dann „Text­do­ku­ment“ wählst. Öffne das Dokument und füge diese Zeile ein:

FreeMem = Space(32000000)
txt

Speichere die Datei unter einem Namen deiner Wahl. Achte darauf, dass ANSI als Codierung ein­ge­stellt ist, falls dein Editor das anbietet. Ersetze zum Schluss die Endung .txt durch .vbs. Nur so erkennt Windows die Datei als aus­führ­ba­res Skript.

Bild: „Arbeitsspeicher leeren“-Skript speichern
Du kannst die Da­tei­endung auch später noch in .vbs ändern, falls du sie zuerst als normales Text­do­ku­ment ge­spei­chert hast.

Das Skript führst du einfach per Dop­pel­klick aus. Mit dem vor­ge­schla­ge­nen Code werden au­to­ma­tisch 32 Megabyte Haupt­spei­cher frei­ge­ge­ben. Du kannst den Vorgang beliebig oft wie­der­ho­len. Natürlich lässt sich der Wert anpassen, um etwa 128 Megabyte zu leeren (Space(128000000)). Der Wert sollte jedoch nie mehr als die Hälfte deines gesamten Ar­beits­spei­chers betragen – sonst riskierst du Pro­gramm­feh­ler oder Sys­tem­ab­stür­ze.

Ar­beits­spei­cher be­rei­ni­gen mit externen Tools

Möchtest du lieber auf eine externe Lösung statt auf Bord­mit­tel setzen, stehen dir diverse Freeware-Programme zur Verfügung. Ein bekanntes Tool ist der Wise Memory Optimizer. Die Software ist kostenlos und für alle aktuellen Windows-Systeme geeignet. Nach dem Start siehst du im Haupt­fens­ter den belegten und freien Ar­beits­spei­cher. Mit einem Klick auf „Jetzt op­ti­mie­ren“ bereinigt das Tool den Ar­beits­spei­cher von Windows 11, 10 und Co. im Hand­um­dre­hen.

Bild: Wise Memory Optimizer Screenshot
Der Wise Memory Optimizer zeigt belegten und freien Speicher über­sicht­lich und farblich getrennt an.
Hinweis

In den Ein­stel­lun­gen des Wise Memory Op­ti­mi­zers kannst du die au­to­ma­ti­sche Op­ti­mie­rung ak­ti­vie­ren. Per Schie­be­reg­ler legst du fest, ab welcher Aus­las­tung die Be­rei­ni­gung starten soll (zum Beispiel, wenn weniger als 33 % des Ar­beits­spei­chers frei sind).

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