So gestaltest du individuelle Fehlerseiten für deinen Apache
Mit eigenen Apache-Fehlerseiten ziehst du dein Branding konsequent durch deine gesamte Website. Wir zeigen dir, wie du das einfach umsetzt.
Warum sind eigene Fehlerseiten sinnvoll?
Niemand freut sich über HTTP-Fehler auf dem Webserver. Doch durch hohe Auslastung, Verbindungsprobleme oder Tippfehler lassen sie sich nie ganz vermeiden. Der Apache-Webserver liefert standardmäßig schlichte Seiten für Error 404, HTTP-Error 500 und weitere Codes aus.
Eigene Fehlerseiten bieten dir jedoch klare Vorteile:
- Dein Branding bleibt auch im Fehlerfall sichtbar
- Das Design passt perfekt zum Look-and-Feel deiner Website
- Du kannst verirrte Besucher:innen gezielt zu wichtigen Inhalten zurückführen
- Fehlermeldungen sind in deiner gewünschten Sprache (statt nur auf Englisch) verfügbar
Voraussetzungen
- Cloud Server mit Linux (CentOS Stream 9 oder Ubuntu 24.04)
- Apache ist installiert und aktiv
Eigene Apache-Fehlerseite erstellen
Zuerst gestaltest du die neue Seite. Wir erstellen hier als Beispiel eine individuelle Seite für 404-Fehler.
Verbinde dich via SSH mit deinem Server und wechsle in das Hauptverzeichnis deiner Website (oft /var/www/html/). Lege mit diesem Befehl die Datei my-404.html an:
sudo nano my-404.htmlbashFüge folgenden Inhalt in die Datei ein:
<html>
<head>
<title>My Custom 404 Error Page</title>
</head>
<body>
<p>Whoops, page not found! Sorry about that.</p>
</body>
</html>Speichere die Datei und schließe Nano mit [Strg] + [O] und [Strg] + [X]. Teste die Anzeige direkt über „http://example.com/my-404.html“, um das Design zu prüfen.
Eigene Apache-Fehlerseite konfigurieren
Damit der Apache-Webserver weiß, dass er deine neue Seite nutzen soll, hinterlegst du eine ErrorDocument-Anweisung. Die Syntax sieht so aus:
ErrorDocument 404 [path to file]Soll die Seite für den gesamten Server gelten, trage die Direktive in die Hauptkonfigurationsdatei ein. Benötigst du sie nur für einen bestimmten virtuellen Host (etwa bei mehrsprachigen Seiten), gehört sie in den jeweiligen VirtualHost-Block. Wir konzentrieren uns hier auf die globale Einstellung.
Die Hauptkonfiguration findest du üblicherweise hier:
- CentOS Stream 9: /etc/httpd/conf/httpd.conf
- Ubuntu 24.04: /etc/apache2/apache2.conf
Je nach individueller Einrichtung durch dich oder deine Admins können Pfad und Dateiname variieren.
Öffne die Datei mit einem Editor, zum Beispiel:
- CentOS Stream 9: sudo nano /etc/httpd/conf/httpd.conf
- Ubuntu 24.04: sudo nano /etc/apache2/apache2.conf
Platziere das ErrorDocument an einer geeigneten Stelle:
ErrorDocument 404 /my-404.htmlFür einen spezifischen virtuellen Host suchst du den entsprechenden VirtualHost-Block. Achte darauf, dass die Anweisung außerhalb von Directory-Blöcken steht:
<VirtualHost *:80>
ServerName example.com
ErrorDocument 404 /my-404.html
<Directory "/var/www/example.com/html">
AllowOverride All
</Directory>
</VirtualHost>Speichere die Änderungen und starte Apache neu, damit alles glatt läuft:
- CentOS Stream 9: sudo systemctl restart httpd
- Ubuntu 24.04: sudo systemctl restart apache2
Rufe nun einfach eine ungültige URL deiner Website auf. Du wirst sofort auf deine neue, schicke 404-Seite geleitet.
Weitere HTTP-Fehlercodes
Neben dem Klassiker 404 kannst du für fast alle 4xx- und 5xx-Fehlercodes eigene Meldungen erstellen. Eine Übersicht der wichtigsten HTTP-Status-Codes findest du in unserem Ratgeber. Die komplette Liste aller Codes gibt es auf Wikipedia.