SQL oder NoSQL? Obwohl beide Da­ten­ban­ken Ge­mein­sam­kei­ten aufweisen, eignen sich die Ansätze je nach Ein­satz­zweck un­ter­schied­lich gut. Im Duell MongoDB vs. Post­greS­QL geben meist die Faktoren Speed und Si­cher­heit den Ausschlag.

MongoDB: Ho­ri­zon­ta­le Ska­lie­rung und maximale Fle­xi­bi­li­tät

Um die Un­ter­schie­de im Vergleich MongoDB vs. Post­greS­QL zu verstehen, werfen wir einen Blick auf die Systeme: MongoDB leitet seinen Namen von „huMongous“ (gi­gan­tisch) ab. Seit der Ver­öf­fent­li­chung 2009 durch 10gen (heute MongoDB Inc.) hilft das Tool dabei, massive Da­ten­men­gen effizient zu verwalten. Die NoSQL-Datenbank agiert extrem flexibel und lässt sich einfach skalieren. Daten werden – egal ob struk­tu­riert oder un­struk­tu­riert – im BSON-Format (ähnlich wie JSON) als Dokumente abgelegt. Ge­schrie­ben in C++, wird MongoDB unter der quell­of­fe­nen SSPL-Lizenz be­reit­ge­stellt.

Post­greS­QL: Der bewährte Klassiker mit modernen Features

Post­greS­QL verfolgt im Vergleich zu MongoDB eine andere Strategie: Das System arbeitet rein re­la­tio­nal und platt­form­über­grei­fend, un­ter­stützt jedoch auch nicht-re­la­tio­na­le Da­ten­ty­pen. Die Wurzeln von Post­greS­QL reichen bis in die 1980er Jahre an der Uni­ver­si­tät von Berkeley zurück; das of­fi­zi­el­le Release erfolgte 1996. Die Post­greS­QL Global De­ve­lo­p­ment Group pflegt das Open-Source-Projekt bis heute. Es gilt als eine der fort­schritt­lichs­ten Da­ten­ban­ken weltweit und ist für seine Sta­bi­li­tät bekannt. Oft wird das in C ge­schrie­be­ne System einfach nur „Postgres“ genannt.

MongoDB vs. Post­greS­QL: Wann setze ich welche Datenbank ein?

Auf den ersten Blick bedienen beide Lösungen ähnliche Szenarien: Es sind leis­tungs­star­ke, flexible Da­ten­ban­ken für wachsende Da­ten­men­gen. Wer im Vergleich MongoDB vs. Post­greS­QL die Nase vorn hat, hängt jedoch stark von deinen spe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen ab.

Die NoSQL-Variante ist ideal, wenn dein System dynamisch mit­wach­sen muss. Dank der ho­ri­zon­ta­len Ska­lier­bar­keit ver­ar­bei­tet MongoDB ver­schie­dens­te Da­ten­ty­pen ohne Per­for­mance-Verlust. Das prä­de­sti­niert das System für den E-Commerce, wo Trans­ak­tio­nen flott und sicher ablaufen müssen. Auch für Content-Ma­nage­ment-Systeme, die Fle­xi­bi­li­tät bei den Da­ten­struk­tu­ren benötigen, ist MongoDB eine ex­zel­len­te Wahl. Wenn du Echtzeit-Analysen und in­di­vi­du­el­le Kon­fi­gu­ra­tio­nen brauchst, solltest du MongoDB in Betracht ziehen.

Post­greS­QL überzeugt ebenfalls bei großen Web­an­wen­dun­gen und im E-Commerce. Besonders stark spielt es seine Trümpfe in der Cloud sowie im Internet of Things aus. Zudem glänzt Post­greS­QL durch eine her­vor­ra­gen­de In­ter­ak­ti­on mit anderen Da­ten­ban­ken.

Funk­ti­ons­wei­se im Detail

Die tech­no­lo­gi­schen Ansätze von MongoDB und Post­greS­QL un­ter­schei­den sich grund­le­gend. Als NoSQL-Lösung ver­zich­tet MongoDB auf klas­si­sche Tabellen und setzt auf Dokumente. Diese BSON-Dateien nutzen Schlüssel-Wert-Paare. Während der Schlüssel ein String ist, können die Werte fast alles sein: Zahlen, Booleans oder weitere Dokumente. Felder lassen sich jederzeit hin­zu­fü­gen oder entfernen, was die Struktur sehr agil macht. Eine in­te­grier­te Textsuche hilft dabei, Dokumente schnell zu iden­ti­fi­zie­ren.

Post­greS­QL bleibt dem re­la­tio­na­len Prinzip treu. Ta­bel­len­ba­sier­te Systeme bieten klare Vorteile bei der Da­ten­in­te­gri­tät. Dabei ist Postgres flexibler als viele andere SQL-Da­ten­ban­ken, da es Un­ter­wer­te in Spalten erlaubt. Das System nutzt Fremd­schlüs­sel sowie Trigger und arbeitet nach dem Client-Server-Prinzip über die Kom­po­nen­te „post­mas­ter“. Daten müssen hier vorab struk­tu­riert werden, was für Ordnung und Kon­sis­tenz sorgt.

Per­for­mance und Speed

Wie der Name schon sagt, ist MongoDB für riesige Da­ten­ber­ge gemacht. Das System skaliert ho­ri­zon­tal und ist nicht an die Power eines einzelnen Servers gebunden. Durch das Zu­sam­men­spiel ver­schie­de­ner Hardware-Res­sour­cen sind Speicher und Leistung kaum Grenzen gesetzt. Selbst bei vielen par­al­le­len Zugriffen bleibt das Tempo hoch. Dank Sharding wird die Last auf mehrere Rechner verteilt, was gleich­zei­tig die Aus­fall­si­cher­heit massiv erhöht.

Post­greS­QL skaliert primär vertikal, weshalb es bei der reinen Roh­l­eis­tung oft hinter NoSQL-Lösungen zu­rück­bleibt. Dennoch ist die Per­for­mance be­acht­lich. Ein großer Pluspunkt: Lese- und Schreib­zu­grif­fe können simultan erfolgen. Bei komplexen Analysen und der Au­then­ti­fi­zie­rung ist Postgres oft schneller als kom­mer­zi­el­le Al­ter­na­ti­ven. Features wie Ta­bel­len­par­ti­tio­nie­rung und Just-in-Time-Kom­pi­lie­rung helfen dabei, auch bei Big Data am Ball zu bleiben.

Kom­pa­ti­bi­li­tät im Überblick

Beide Systeme laufen platt­form­über­grei­fend auf Linux, macOS und Windows. Post­greS­QL un­ter­stützt zu­sätz­lich Exoten wie FreeBSD oder OpenBSD. Während Post­greS­QL von Haus aus ACID-konform (Atomicity, Con­sis­ten­cy, Isolation, Du­ra­bi­li­ty) ist, bietet MongoDB dies als Option an. In Sachen Pro­gram­mier­spra­chen hat MongoDB aufgrund seines jüngeren Alters oft eine breitere Palette an nativen Treibern im Angebot.

Pro­gram­mier­spra­che Support durch MongoDB Support durch Post­greS­QL
Ac­tion­s­cript
C
C#

| C++ | | | | Clojure | | | | Cold­Fu­si­on | | | | D | | | | Dart | | | | Delphi | | | | Erlang | | | | Go | | | | Groovy | | | | Haskell | | | | Java | | | | Ja­va­Script | | | | Kotlin | | | | Lisp | | | | Lua | | | | MatLab | | | | .net | | | | Perl | | | | PHP | | | | Power­Shell | | | | Prolog | | | | Python | | | | R | | | | Ruby | | | | Scala | | | | Smalltalk | | | | Swift | | | | Tcl | | |

Si­cher­heit und Schutz

Ein Haupt­ar­gu­ment für Post­greS­QL ist die robuste Si­cher­heits­ar­chi­tek­tur. Mit LDAP, PAM, host­ba­sier­ter Au­then­ti­fi­zie­rung und SSL-Zer­ti­fi­ka­ten sind Daten hier bestens auf­ge­ho­ben. Die fixe Struktur wirkt zudem wie ein Schutz­wall für die Da­ten­in­te­gri­tät. MongoDB zieht mit Features wie Client-Ver­schlüs­se­lung und Ver­schlüs­se­lung auf Feldebene nach. Die verteilte Ser­ver­struk­tur sorgt zudem dafür, dass deine Daten auch bei Teil­auf­schlä­gen schnell wieder verfügbar sind.

MongoDB vs. Post­greS­QL: Ver­füg­ba­re Varianten

Beide setzen auf Open Source. In der Ba­sis­ver­si­on sind sie somit kos­ten­frei verfügbar. Support gibt es hier primär über die Community, was dank der großen Nut­zer­ba­sis jedoch glatt läuft. Post­greS­QL bietet aufgrund seiner Historie eine sehr tiefe Do­ku­men­ta­ti­on. MongoDB stellt zu­sätz­lich kos­ten­pflich­ti­ge Varianten wie „En­ter­pri­se“ oder die Cloud-Lösung „Atlas“ bereit, die dann auch pro­fes­sio­nel­len Support be­inhal­ten.

Welche Player nutzen diese Da­ten­ban­ken?

Obwohl die Ansätze ver­schie­den sind, vertrauen globale Top-Un­ter­neh­men auf beide Tech­no­lo­gien, um ihre Erfolge im Web ab­zu­si­chern.

Namhafte MongoDB-Nutzer:innen sind unter anderem:

  • Adobe
  • Disney
  • Etsy
  • Lyft
  • The New York Times
  • Fours­qua­re

Auf Post­greS­QL setzen bei­spiels­wei­se diese Platt­for­men:

  • Apple
  • Instagram
  • Reddit
  • Spotify
  • Skype
  • Twitch
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