Der zentrale Un­ter­schied beim Vergleich CPU vs. vCPU besteht darin, dass die CPU eine physische Hard­ware­kom­po­nen­te ist, während die vCPU rein soft­ware­ba­siert arbeitet. Auch bei der Per­for­mance und den Ein­satz­ge­bie­ten zeigen sich deutliche Dif­fe­ren­zen zwischen diesen beiden Arten von Re­chen­ein­hei­ten.

Un­ter­schied 1: Die tech­ni­sche Basis

Der wich­tigs­te Aspekt beim Vergleich CPU vs. vCPU ist die tech­ni­sche Be­schaf­fen­heit: Eine CPU ist physische Hardware, die als „Prozessor“ den Kern deines Computers bildet. Moderne CPUs verfügen meist über mehrere Kerne, um an­fal­len­de Re­chen­pro­zes­se effizient auf­zu­tei­len.

Eine vCPU hingegen ist die virtuelle, soft­ware­ba­sier­te Ent­spre­chung einer Steu­er­ein­heit. Sie existiert nicht als greif­ba­res Bauteil, sondern greift auf eine physische CPU zurück. Je nach An­for­de­rung lassen sich aus einer einzelnen phy­si­schen CPU mehrere vCPUs ge­ne­rie­ren. Dabei kann eine vCPU zwar nicht auf mehreren phy­si­schen CPUs gleich­zei­tig basieren, sie kann jedoch mehrere Kerne einer phy­si­schen CPU bündeln.

Um vCPUs zu erstellen und einer vir­tu­el­len Maschine (VM) zu­zu­wei­sen, nutzen Hy­per­vi­so­ren die vor­han­de­nen Kerne bzw. Threads der phy­si­schen Pro­zes­so­ren.

Un­ter­schied 2: Per­for­mance im Vergleich

Da vCPUs soft­ware­ba­sier­te Einheiten sind, ergibt sich eine klare Hier­ar­chie bei der Leistung: Ver­gleicht man eine vCPU mit einer phy­si­schen CPU bei iden­ti­scher Takt­fre­quenz (Gigahertz), erreicht die virtuelle Variante nicht ganz die Per­for­mance der Hardware. Das liegt vor allem am Overhead, den die Ko­or­di­na­ti­on mit der phy­si­schen CPU ver­ur­sacht. Dieser minimale Zeit­ver­lust macht sich besonders bei re­chen­in­ten­si­ven An­wen­dun­gen bemerkbar.

Während eine physische CPU mit ihren Kernen und Threads Prozesse direkt und simultan ver­ar­bei­tet, müssen bei vCPUs oft mehrere Instanzen kom­bi­niert werden. Hier tritt ein weiterer Effekt auf: Je mehr vCPUs im Einsatz sind, desto komplexer wird die Zeit­pla­nung der Prozesse für den CPU-Scheduler. Die dadurch ent­ste­hen­den Latenzen führen dazu, dass die theo­re­ti­sche Leistung des vir­tua­li­sier­ten Verbunds nicht zu 100 % aus­ge­schöpft werden kann.

Un­ter­schied 3: Wo sie zum Einsatz kommen

CPUs bilden das Fundament jedes klas­si­schen Rechners. Ob Gaming, Vi­deo­be­ar­bei­tung oder komplexe Be­rech­nun­gen – ohne physische Re­chen­power geht nichts. Zudem stecken CPUs in fast allen modernen All­tags­ge­rä­ten, von der Kaf­fee­ma­schi­ne bis zum Smart­phone.

vCPUs sind hingegen das Herzstück vir­tua­li­sier­ter Um­ge­bun­gen. Sie er­mög­li­chen den Betrieb vir­tu­el­ler Maschinen mit eigenen Be­triebs­sys­te­men für ver­schie­dens­te Zwecke. Häufige Szenarien sind Test­um­ge­bun­gen, Da­ten­bank­ser­ver, Cloud-Speicher oder vServer (VPS). Hier zeigt sich die Stärke des Zu­sam­men­spiels: Eine einzige starke physische CPU kann als Basis für viele separate, virtuelle Um­ge­bun­gen un­ter­schied­li­cher Nutzer:innen dienen. Genau diese Ska­lier­bar­keit macht vCPUs für Cloud-Anbieter und Kund­schaft so attraktiv.

CPU vs. vCPU: So be­rech­nest du virtuelle CPUs

Möchtest du die physische CPU deines Systems nutzen, um vCPUs für virtuelle Maschinen be­reit­zu­stel­len, hilft dir diese Faust­for­mel zur Ori­en­tie­rung:

(Threads x Kerne) x physische CPU = Anzahl der vCPUs

Bei einer CPU mit 4 Kernen und 8 Threads ergibt das bei­spiels­wei­se bis zu 32 vCPUs:

(8 Threads x 4 Kerne) x 1 = 32 vCPUs

Die Anzahl deiner Kerne und Threads kannst du unter Windows ganz einfach her­aus­fin­den:

  1. Drücke die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + Shift + Esc für den Task-Manager.
  2. Gehe zum Reiter „Leistung“.
  3. Dort siehst du die Details zu Kernen, logischen Pro­zes­so­ren (Threads) und Sockets (phy­si­schen CPUs).
Bild: Windows-Task-Manager: CPU-Informationen
Windows-Task-Manager: CPU-In­for­ma­tio­nen

Unter Linux erhältst du die CPU-Infos bequem über das Terminal mit diesem Befehl:

lscpu
bash
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