Durch Load Balancing werden Ser­ver­an­fra­gen mithilfe einer vor­ge­schal­te­ten Instanz, dem Load Balancer, gleich­mä­ßig auf ver­schie­de­ne Hardware-Res­sour­cen verteilt. Das sorgt für stabile Zu­griffs­ge­schwin­dig­kei­ten – ein ent­schei­den­der Faktor, um Leads zu ge­ne­rie­ren und die Kund­schaft zu binden.

Was ist Load Balancing?

Load Balancing ist ein gängiges Verfahren in der Server-Technik. Dabei werden Anfragen im Hin­ter­grund auf ver­schie­de­ne Server auf­ge­teilt, ohne dass die Nutzer:innen etwas davon bemerken. Der Load Balancer kann als Hardware oder Software fungieren. Er weist einer Domain mehrere Server zu, vermeidet Adress­kon­flik­te und bleibt dabei unter der öf­fent­li­chen Domain er­reich­bar.

Die zu­ge­hö­ri­gen Webserver erhalten Be­zeich­nun­gen wie www1, www2, www3 usw. Dank dieser Last­ver­tei­lung bleibt eine Website unter ein und derselben URL er­reich­bar, selbst wenn mehrere Server da­hin­ter­ste­hen. Das ver­hin­dert Ser­ver­über­las­tun­gen, da externe Anfragen auf ver­schie­de­ne physische Rechner im Cluster verteilt werden. Da dies auf Basis komplexer Al­go­rith­men geschieht, läuft der Prozess für User völlig unbemerkt ab.

Load Balancing ist auch abseits von Web­ser­vern relevant, etwa bei Computern mit mehreren Pro­zes­so­ren. Hier verteilt der Load Balancer die Aufgaben gleich­mä­ßig, um die maximale Re­chen­leis­tung her­aus­zu­ho­len. Auch bei Con­tai­ner­soft­ware wie Ku­ber­netes sind Load Balancer es­sen­zi­ell, um Workloads effizient auf ver­schie­de­ne Pods zu verteilen.

Wie funk­tio­niert Load Balancing?

Wenn jemand deine Website aufruft, landet die Anfrage zuerst beim Load Balancer. Dieser übernimmt die Ver­tei­lung auf die ver­füg­ba­ren Server. Ob als Hardware oder Software – das Prinzip ist identisch: Die Instanz nimmt die Anfrage entgegen und leitet die Daten je nach Verfahren an den idealen Server weiter.

Die tech­ni­sche Basis bildet das DNS: Nutzer:innen geben eine URL ein. Diese wird via DNS (Domain Name System) in eine IP-Adresse übersetzt, die direkt auf den Load Balancer zeigt. Im besten Fall merken die User von diesem Zwi­schen­schritt gar nichts.

Bild: Grafik zur Funktionsweise von Load Balancing
Grafik: Ein Load Balancer verteilt Client-Anfragen über das Internet auf ver­schie­de­ne Server.

Welche Vorteile bietet ef­fi­zi­en­tes Load Balancing?

Ein gut kon­fi­gu­rier­ter Load Balancer bringt dir drei we­sent­li­che Vorteile:

  • Bessere Per­for­mance: Durch die Ver­tei­lung des Traffics auf mehrere Systeme bleiben die La­de­zei­ten kurz – selbst bei hohen Zu­griffs­zah­len.
  • Maximale Aus­fall­si­cher­heit: Der Load Balancer steigert die Ver­füg­bar­keit. Reagiert ein Server zu langsam oder fällt aus, wird der Traffic au­to­ma­tisch an andere Server im Cluster wei­ter­ge­reicht.
  • Leichtere Wartung: Load Balancing un­ter­stützt dich bei der Sys­tem­pfle­ge. Updates oder Kon­fi­gu­ra­tio­nen lassen sich im laufenden Betrieb durch­füh­ren, ohne dass die Per­for­mance leidet. Der Load Balancer erkennt die Wartung und leitet Anfragen einfach um.

Welche Load-Balancing-Verfahren gibt es?

Wie Anfragen verteilt werden, bestimmt der gewählte Al­go­rith­mus. Gängige Methoden für Load Balancing sind: Round Robin, Weighted Round Robin, Least Con­nec­tions und Weighted Least Con­nec­tions.

Round Robin

Round Robin ist ein Rund­lauf­ver­fah­ren. Der Load Balancer verwaltet Anfragen in einer War­te­schlan­ge und verteilt sie nach­ein­an­der auf die Server. Jede neue Anfrage landet beim nächsten Server in der Reihe. So wird die Last gleich­mä­ßig im Cluster gestreut. Dabei werden alle Prozesse identisch behandelt, un­ge­ach­tet der Dring­lich­keit oder der aktuellen Aus­las­tung. Dieses Prinzip eignet sich vor allem für Um­ge­bun­gen, in denen alle Instanzen über ähnliche Res­sour­cen verfügen.

Weighted Round Robin

Um die Schwächen des normalen Round Robin in ge­misch­ten Server-Clustern aus­zu­glei­chen, nutzt man die ge­wich­te­te Ver­tei­lung. Hier fließen statische Ge­wich­tun­gen der einzelnen Server in die Ent­schei­dung ein, die vorab fest­ge­legt werden.

Ein starker Server erhält etwa den Wert „100“, ein schwä­che­rer den Wert „50“. Der Load Balancer schickt dem starken Server dann pro Runde zwei Anfragen, während der schwä­che­re nur eine bekommt. Weighted Round Robin ist ideal, wenn die Server im Cluster un­ter­schied­lich leis­tungs­stark sind.

Least Con­nec­tions

Die Round-Robin-Verfahren prüfen nicht, wie viele aktive Ver­bin­dun­gen ein Server gerade halten muss. So kann ein Server über­las­tet werden, obwohl er laut Rei­hen­fol­ge gerade an der Reihe ist. Der Least-Con­nec­tions-Al­go­rith­mus löst das: Er verteilt Anfragen basierend auf der aktuellen Anzahl be­stehen­der Ver­bin­dun­gen. Der Server mit der ge­rings­ten Last bekommt den Zuschlag. Diese Methode ist perfekt für homogene Cluster mit ver­gleich­ba­rer Hardware.

Weighted Least Con­nec­tions

Verfügt dein Cluster über un­ter­schied­li­che Ka­pa­zi­tä­ten, ist die ge­wich­te­te Ver­tei­lung nach be­stehen­den Ver­bin­dun­gen die beste Wahl. Hier wird sowohl die Anzahl der aktiven Ver­bin­dun­gen als auch die fest­ge­leg­te Ge­wich­tung be­rück­sich­tigt. Das ga­ran­tiert eine aus­ge­wo­ge­ne Last­ver­tei­lung. Der Load Balancer erkennt au­to­ma­tisch, welcher Server basierend auf seinem Ka­pa­zi­täts­ver­hält­nis die geringste Aus­las­tung hat, und weist ihm die neue Anfrage zu.

Welche Her­aus­for­de­run­gen gibt es beim Load Balancing?

Gerade im E-Commerce treten oft Hürden auf. Ein Beispiel: Jemand legt Produkte in den Warenkorb. Diese Auswahl muss während der gesamten Session ge­spei­chert bleiben. Ein Standard-Load-Balancer würde Fol­ge­an­fra­gen eventuell an einen anderen Server schicken – der Warenkorb wäre plötzlich leer.

Um das zu ver­hin­dern, gibt es zwei Lösungen: Entweder fixiert der Load Balancer die Ver­bin­dung anhand der IP-Adresse (Session Per­sis­tence), sodass Anfragen derselben Person immer beim gleichen Server landen. Oder er liest eine Session-ID aus, um den richtigen Ziel­ser­ver zu bestimmen.

Warum ist Load Balancing un­ver­zicht­bar?

Wer online Geschäfte macht, kann sich keine Ausfälle leisten. Hängt alles an einem einzigen Server, der bei Über­las­tung ka­pi­tu­liert, ist dein Business offline. Das hat Folgen: Während der Downtime ge­ne­rierst du keinen Umsatz, da keine Buchungen oder Käufe möglich sind. Zudem schwindet das Vertrauen der Kund­schaft. Besonders kritisch ist es, wenn der Server mitten im Be­stell­vor­gang abbricht – das hin­ter­lässt ver­un­si­cher­te Nutzer:innen, die nicht wissen, ob ihr Kauf er­folg­reich war.

Auch ohne direkten Verkauf ist Er­reich­bar­keit Pflicht. Deine Website ist dein Aus­hän­ge­schild. Suchen In­ter­es­sier­te nach In­for­ma­tio­nen zu deinem Un­ter­neh­men und landen auf einer Feh­ler­sei­te, wandern sie schnell zur Kon­kur­renz ab. Mit einem Load Balancer mi­ni­mierst du dieses Risiko effektiv.

So setzt du Load Balancing in deinem Un­ter­neh­men um

Load Balancing lässt sich via Hardware oder Software auf vir­tu­el­len Servern umsetzen. Viele Anbieter liefern pro­fes­sio­nel­le Pakete als In­fra­struc­tu­re-as-a-Service (IaaS) oder als Baustein für die eigene IT-Land­schaft.

Da spe­zia­li­sier­te Hardware-Lösungen oft teuer sind, setzen kleinere Betriebe häufig auf Open-Source-Lösungen wie NGINX. Das ist ein kos­ten­ef­fi­zi­en­ter Weg, um die Hoch­ver­füg­bar­keit von Web­pro­jek­ten si­cher­zu­stel­len. Im Hosting-Bereich ist Load Balancing zudem oft ein prak­ti­sches Zusatz-Feature für Cloud-Server.

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