Arm-Server nutzen die Arm-Ar­chi­tek­tur statt des klas­si­schen x86-Be­fehls­sat­zes. Da die Nachfrage nach strom­spa­ren­den Lösungen für Re­chen­zen­tren steigt, gewinnen Arm-basierte Server massiv an Bedeutung.

Technik hinter der Arm-Server-Ar­chi­tek­tur

Arm-Pro­zes­so­ren setzen auf die Reduced In­s­truc­tion Set Computing (RISC)-Ar­chi­tek­tur. Im Vergleich zur Complex In­s­truc­tion Set Computing (CISC)-Ar­chi­tek­tur von x86-Systemen (wie bei Intel oder AMD) arbeitet RISC mit einem schlan­ke­ren Be­fehls­satz. Das spart Energie und macht Arm-Pro­zes­so­ren besonders effizient. Trotzdem mangelt es nicht an Leistung: Die Ar­chi­tek­tur ist perfekt auf parallele Prozesse getrimmt. Bei modernen An­wen­dun­gen, die keine extreme Single-Core-Power brauchen, punktet sie mit hoher Ska­lier­bar­keit.

In den letzten Jahren haben Tech-Größen wie Nvidia oder Amazon Web Services (AWS) die Ent­wick­lung von Arm-Servern vor­an­ge­trie­ben. Diese halten locker mit Business- und Cloud-An­for­de­run­gen mithilfe. Aktuelle Versionen wie Armv9 bieten zudem massive Vorteile für KI und Machine Learning. AWS setzt bei­spiels­wei­se mit der Graviton-Serie auf eigens op­ti­mier­te Arm-CPUs. So hat sich Arm vom Smart­phone-Standard zur stabilen Basis für High-Per­for­mance-Computing und Re­chen­zen­tren ent­wi­ckelt.

Darum lohnen sich Arm-Server

Die Ar­chi­tek­tur von Arm-Servern bringt handfeste Vorteile gegenüber her­kömm­li­chen x86-Systemen mit sich.

Maximale En­er­gie­ef­fi­zi­enz

Der größte Pluspunkt ist die Effizienz. Da Arm ur­sprüng­lich für mobile Geräte mit Ak­ku­be­trieb kon­zi­piert wurde, ist der Strom­ver­brauch minimal. In Re­chen­zen­tren, wo Strom und Kühlung die Haupt­kos­ten ausmachen, ist das ein riesiger Hebel. Un­ter­neh­men re­du­zie­ren so ihre Be­triebs­kos­ten und ver­bes­sern gleich­zei­tig ihre CO₂-Bilanz.

Flexibel skalieren

Arm-Server sind extrem ska­lier­bar. Die Ar­chi­tek­tur erlaubt viele Kerne pro Prozessor, ohne dass der En­er­gie­ver­brauch ex­plo­diert. Das ist ideal für parallele Aufgaben, bei denen viele Be­rech­nun­gen gleich­zei­tig ablaufen. Besonders in Cloud-Um­ge­bun­gen und für moderne Container-Workloads sind Arm-Server daher die erste Wahl.

Be­triebs­kos­ten senken

Dank der Effizienz wird die gesamte In­fra­struk­tur günstiger. Wer viele Server betreibt, spart massiv an En­er­gie­kos­ten – ohne Abstriche bei der Per­for­mance. Oft sinken auch die Li­zenz­ge­büh­ren, da viele Arm-Systeme auf Open-Source-Lösungen und freien Be­triebs­sys­te­men basieren.

Wo Arm-Server zum Einsatz kommen

Vor allem bei modernen An­wen­dun­gen mit viel par­al­le­ler Ver­ar­bei­tung spielen Arm-Server ihre Stärken voll aus. Aber auch im klas­si­schen Server-Umfeld halten sie oft pro­blem­los mit x86-Modellen mithilfe. Hier sind die wich­tigs­ten Szenarien:

Cloud Computing

Im Cloud Computing sind Arm-Server längst etabliert. Anbieter wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud schätzen die Kom­bi­na­ti­on aus Ska­lier­bar­keit und Spar­sam­keit. Sie eignen sich perfekt für Mi­kro­ser­vices und Container. Wer in der Cloud auf Kos­ten­ef­fi­zi­enz achtet, fährt mit Arm-Instanzen meist deutlich günstiger.

Web- und Ap­pli­ka­ti­ons­ser­ver

Auch als Webserver machen Arm-Systeme eine gute Figur. Gerade bei Websites mit vielen gleich­zei­ti­gen Zugriffen hilft die parallele Power der vielen Kerne. Das senkt nicht nur die Last, sondern durch den ge­rin­ge­ren Kühl­be­darf auch die laufenden Kosten.

Edge Computing und IoT

Ein Wachs­tums­markt für Armv9 ist das Edge Computing. Da Arm-Chips extrem sparsam sind, passen sie ideal zu Aufgaben direkt vor Ort (am „Edge“ des Netzwerks). Das ist besonders im Internet of Things (IoT) wichtig, wo Sensoren schnelle Re­chen­leis­tung ohne riesigen En­er­gie­hun­ger benötigen.

KI und Machine Learning

Durch die Fähigkeit zur Hardware-Spe­zia­li­sie­rung sind moderne Arm-Server prä­de­sti­niert für Künst­li­che In­tel­li­genz und ma­schi­nel­les Lernen. Besonders die Armv9-Ar­chi­tek­tur bietet hier tech­ni­sche Kniffe, die genau auf diese komplexen Re­chen­mo­del­le zu­ge­schnit­ten sind.

Dev- und Test­um­ge­bun­gen

Für Ent­wick­ler:innen sind Arm-Server ein Muss, wenn Software für mobile Geräte oder IoT-Hardware entsteht. So lässt sich unter realen Be­din­gun­gen testen. Das stellt sicher, dass Apps auf der Ziel­platt­form später stabil und per­for­mant laufen.

Zum Hauptmenü