Wer sind Influencer:innen eigentlich?
Influencer erstellen Content und stehen auf Social-Media-Plattformen im direkten Austausch mit ihren Fans. Diesen Umstand machen sich immer mehr Unternehmen zunutze, indem sie mit Influencern gezieltes Marketing betreiben und Social-Media-Tools einsetzen, um beispielsweise ihre Reichweite auf Instagram zu steigern.
Influencer: Eine Definition
Influencer sind Personen, die in den sozialen Medien über eine beachtliche Reichweite und einen hohen Bekanntheitsgrad verfügen. Der Begriff leitet sich vom englischen Verb „to influence“ ab, was „beeinflussen“ bedeutet, und ist seit den 2000er-Jahren fest in den sozialen Netzwerken verankert. Influencer nutzen ihre Präsenz, um Themen zu setzen, Informationen zu teilen oder Produkte zu bewerben. Mithilfe von Analysetools und Statistiken, zum Beispiel auf Instagram, behalten sie stets im Blick, wie viele Personen sie erreichen und wie die Community reagiert.
Durch die enge Bindung haben sie einen maßgeblichen Einfluss auf ihre Follower:innen und können deren Ansichten oder das Konsumverhalten prägen. Dabei bespielen sie unterschiedliche Kanäle wie Instagram, Facebook, X (Twitter), TikTok oder YouTube.
Das strategische Marketing mit diesen Meinungsmacher:innen wird als Influencer-Marketing bezeichnet. Unternehmen profitieren massiv von deren Reichweite und lernen durch Social-Media-Monitoring ihre Zielgruppe besser kennen. Influencer agieren dabei als Marken- oder Produktbotschafter:innen, um die Bekanntheit zu steigern. Die Zusammenarbeit reicht von langfristigen Partnerschaften über punktuelle Kampagnen bis hin zu authentischen Testimonials.
Welche Kategorien von Influencern gibt es?
Influencer lassen sich auf verschiedene Weise unterteilen. Meist dienen die Anzahl der Follower:innen oder die thematische Ausrichtung der Zielgruppe als Basis für die Kategorisierung.
Unterscheidung nach Followerzahl
- Mega-Influencer: Die Superstars der Szene verfügen über Followerzahlen im Millionenbereich. Sie decken meist ein breites Themenspektrum ab und erzielen eine enorme Aufmerksamkeit für Marken.
- Makro-Influencer: Mit bis zu 1 Million Follower:innen besetzen sie oft populäre Themenfelder und verfügen über eine sehr professionelle Content-Produktion.
- Micro-Influencer: Sie erreichen bis zu 100 000 Personen und sind meist auf Nischenthemen spezialisiert. Ihre hohe Glaubwürdigkeit und die starke Interaktion machen sie für Unternehmen besonders wertvoll.
- Nano-Influencer: Mit bis zu 10 000 Abonnent:innen wirken sie besonders authentisch und fungieren oft als Expert:innen in hochspezialisierten Bereichen.
Nach Zielgruppe und Content-Fokus
Die angesprochenen Zielgruppen variieren stark, weshalb sich eine Einteilung nach Inhalten anbietet. Während manche Influencer spezifische Nischen bedienen, decken andere den Mainstream ab. Gängige Bezeichnungen sind:
- Key Influencer: Etablierte Meinungsführer:innen mit hoher Reputation.
- Finfluencer: Expert:innen für Finanzen und Vorsorge.
- Mum-/Dadfluencer: Alles rund um Familie und Erziehung.
- Medfluencer: Fachpersonal aus dem Medizin- und Gesundheitsbereich.
- Petfluencer: Hier stehen die Haustiere im Mittelpunkt.
- Inkluencer: Fokus auf Inklusion und Barrierefreiheit.
Wer kann Influencer sein?
Grundsätzlich können die unterschiedlichsten Persönlichkeiten als Influencer fungieren und für Social-Media-Marketing relevant sein. Auch Prominente wie Schauspielgrößen, Musiker:innen oder Profisportler:innen nutzen ihre Bekanntheit, um Produkte wirksam in Szene zu setzen. Ebenso setzen Journalist:innen und Blogger:innen auf Social Media, um Standpunkte zu verbreiten und den Diskurs in ihrer Zielgruppe zu prägen.
Die Art des Inhalts hängt stark von der gewählten Plattform ab. Besonders populär ist Video-Content, der neben YouTube auch auf Instagram oder TikTok in Form von Reels dominiert. Neben Vlogs (Videotagebüchern) sind sogenannte Hauls (Produktvorstellungen) sowie Reviews oder Challenges mit anderen Creator:innen beliebt. Im Fashion-Bereich sind Lookbooks der Standard, um neue Trends zu präsentieren.
Wer sind die bekanntesten Gesichter der Szene?
Einige Creator:innen sind bereits seit Jahren erfolgreich und haben eine loyale Community aufgebaut. Eine der Pionierinnen im deutschsprachigen Raum ist Bianca Claßen (bibisbeautypalace), auch wenn sie sich aktuell eher aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat.
Dass der Erfolg nicht nur auf YouTube fußt, beweisen die Zwillinge Lisa und Lena, die durch ihre TikTok-Videos international bekannt wurden.
Viele konzentrieren sich auf klare Schwerpunkte: Erik Range (Gronkh) etwa dominiert mit seinen Let’s-Play-Videos die Gaming-Sparte auf YouTube.
Influencer-Content muss aber nicht immer reine Unterhaltung sein. Mai Thi Nguyen-Kim (maiLab) beweist, dass Wissensvermittlung massentauglich ist. Sie bereitet komplexe wissenschaftliche Themen verständlich auf. Auch Sportstars wie Toni Kroos (toni.kr8s) gehören zur Top-Liga. Neben Einblicken in den Profisport teilen sie oft Privates oder machen auf wohltätige Projekte aufmerksam.
Tipps: Dein Weg zum Influencer
Es gibt kein Geheimrezept für den Erfolg und keinen festen Tag, an dem man sich plötzlich Influencer nennen darf. Es ist ein Status, den du dir durch kontinuierliche Arbeit verdienen und bewahren musst. Dein Erfolg bemisst sich an der Resonanz deiner Community.
Hier sind ein paar Tipps für deinen Start:
- Frage dich zuerst nach deiner Motivation: Was sind deine Ziele und wo liegen deine Stärken?
- Wähle ein Thema, für das du echte Leidenschaft empfindst.
- Unterschätze den Aufwand nicht: Erfolgreiche Profile zu führen, kann ein Vollzeitjob sein.
Sobald dein Thema feststeht, solltest du den Wettbewerb genau beobachten. Starte auf einer Plattform und richte deine Inhalte konsequent an deiner Zielgruppe aus. Nutze auch dein persönliches Netzwerk, um deinen Kanal anfangs bekannter zu machen.
Das A und O ist Regelmäßigkeit. Biete abwechslungsreichen Content und interagiere aktiv mit deinen Follower:innen, um Vertrauen aufzubauen. Networking mit anderen Creator:innen kann dir zudem helfen, deine eigene Reichweite organisch zu vergrößern.
Detaillierte Ratschläge findest du in unserem Ratgeber „So wirst du zum Influencer“.